Der letzte Teil unserer Reise von Sydney nach Adelaide führte uns von Melbourne über die Great Ocean Road bis hinauf nach Adelaide, von wo aus wir zurückfliegen wollten. Da wir beabsichtigten das gute Wetter zu nutzen und zumindest einige Stunden an den Stränden der Great Ocean Road zu verbringen brachen wir bereits früh am Mittwochmorgen in Melbourne auf. Die Fahrt auf der kurvenreichen Küstenstraße führte uns zunächst durch Geelong City, dann die Surf Coast (Bells Beach, wo Surfweltmeisterschaften ausgetragen wurden) entlang und schließlich durch Torquay, Angelsea und Lorne, allesamt einstige Fischerdörfer, die heute größtenteils vom Tourismus leben. Erst am frühen Nachmittag erreichten wir dann – von der ganzen Fahrerei ein wenig genervt – die zahlreichen Felsformationen, wie z.B. die zwölf Apostel (von denen inzwischen nur noch sechs übrig sind…), Loch Ard Gorge und die (auch schon halb zusammengebrochene) London Bridge.
Da wir unbedingt noch Adelaide ansehen und das nahe Adelaide gelegene Kangaroo Island (angeblich beeindruckende Natur und jede Menge Fun) besuchen wollten nahmen wir uns vor möglichst weit in Richtung Adelaide zu fahren. Da es ohnehin bereits dunkel wurde legten wir keinen besonderen Wert auf die Küstenstrecke und fuhren frei nach Navi in die Nacht. Gegen 22 Uhr überquerten wir die Grenze von Victoria und erreichten mit South Australia den dritten Staat und unserer Reise. Unsere Hoffnung auf den etwa 500 Kilometern von der Great Ocean Road bis nach Adelaide eine günstige und zugleich nicht ausgebuchte Unterkunft zu finden, erfüllte sich leider nicht. Nach fast 1.000 gefahrenen Kilometern erreichten wir gegen 3 Uhr Adelaide und wollten nichts lieber als endlich duschen und schlafen (unsere Route bei Google Maps).
Wir riefen in unzähligen Hostels an, doch vergeblich. Adelaide war das krasse Gegenteil von Melbourne. Entweder waren die Unterkünfte ausgebucht oder ein Check-In war um diese Uhrzeit nicht mehr möglich. Selbst die teureren Motels waren ausgebucht. Lediglich im Holiday Inn bot man uns für etwa EUR 40,- pro Person (ohne Frühstück) für die nächsten 8 Stunden noch ein Bett an. Wir entschieden uns dagegen, fuhren noch ein wenig durch die Gegend und beschlossen die Nacht im Auto am West Beach zu verbringen und am kommenden Morgen möglichst früh nach einem Hostel Ausschau zu halten.
Da Lisa und ich im Auto kein Auge zu bekamen und obwohl mir die Dunkelheit und die Stille am Strand suspekt waren, entschieden wir uns schlussendlich dazu einfach im Sand zu schlafen, was auch ausgesprochen gut funktionierte. Belohnt wurden wir am kommenden Morgen mit einem beeindruckenden Sonnenaufgang.
Um kurz nach 7 Uhr fuhren wir dann zu IKEA, wo wir bis 9 warten wollten, um dort zu frühstücken. Um 7:30 Uhr kam dann ein Wachmann, der uns freundlich darauf hinwies, das der IKEA-Parkplatz kein Rastplatz sei. Wir entgegneten dass wir gerade erst, um 7.30 Uhr, angekommen seien und mit lauter Vorfreude auf das grandiose IKEA-Frühstück warten würden. Schließlich durften wir bleiben. Um etwa 9:10 Uhr fragten wir dann eine IKEA-Angestellte, die sich wohl gerad auf den Weg zur Arbeit machte, wie spät es eigentlich sei, da wir uns doch wunderten warum IKEA nicht öffnete und da wir eine Zeitverschiebung im Hinterkopf hatten. Es war 8:40 und so warteten wir weitere 20 Minuten. Grandios war auch das wir dem Wachmann um 7 Uhr erklärt hatten erst um 7:30 Uhr angekommen zu sein… wahrscheinlich durften wir aus Mitlied bleiben.
Da das Frühstück tatsächlich so grandios bzw. wir dermaßen hungrig waren, beschlossen wir einfach auch noch Mittag bei IKEA zu essen. Wir liefen vier mal durch IKEA, kauften tatsächlich gar nichts und aßen schließlich Mittag. Im Anschluss ging’s dann endlich ins Glenelg Beach Hostel, in dem wir in der Zwischenzeit eine Unterkunft für etwa EUR 28,- pro Person inkl. Frühstück klar gemacht hatten.
Frisch geduscht machten wir uns zu einem nahe gelegenen Visitor Center auf, um unseren Kangaroo Island Trip zu planen. Dort erfuhren wir leider, das man schon zwei bis drei Tage und wohl um die EUR 200,- für das doch recht große Kangaroo Island einplanen sollte… Na ja, dumm gelaufen, wir hatten weder die Zeit noch wollten wir Unmengen an Geld ausgeben, zumal der Wetterbericht zum ersten Mal äußerst negativ aussah. Unser Alternativprogramm sah zunächst den Besuch einiger Weingüter am Freitag und Dolphin Swimming/Watching am Samstag vor. Aus irgendwelchen Gründen wurde es aber mit der Weingüter-Tour nichts und gegen das Dolphin Swimming/Watching sprach schlussendlich das Sauwetter, das zusehend über Adelaide und insbesondere die Küste hereinbrach.
Am Donnerstag ging dann nicht mehr viel. Wir bummelten noch ein wenig durch ein Einkaufszentrum, kochten zum ersten Mal im Hostel grandiose Pasta und gingen früh ins Bett. Am Freitag kamen wir – wohl da wir nichts weiter geplant hatten – erst spät aus den Federn. Wir beschlossen Haigh’s Choclate Factory zu besuchen, wo australische Nobelschokolade hergestellt (und u.a. Niederegger Marzipan verkauft) wird. Wir gönnten uns eine kleine Probe und obwohl Pralinen, Trüffel und Co. sicherlich nicht schlecht waren, waren wir keineswegs so begeistert, das wir mehr davon kaufen wollten. Anschließend fuhren Viktoria, Krista und Martin in das Zentrum Adelaides um sich dort ein wenig umzuschauen. Lisa und ich starteten in das Adelaide Aquatic Center; nach den Angaben der “Hostel-Rezeptionistin” eine Art Aqua Fun Park. Allerdings war das ganze wenige Fun und mehr Aqua, d.h. wir hätten ordentlich “Bahnen ziehen” können, plantschten aber eher ein wenig planlos herum und warteten, dass die 7,5 bzw. 10 Meter Türme öffneten. Leider blieben sie aber aufgrund offizieller Wasserballspiele geschlossen und aus lauter Verzweiflung sahen wir uns Wasserball an: Adelaide gegen Western Australia. Wow, wir hätten nicht gedacht das Wasserball live zu schauen so spannend sein kann! Nach einem knappen Sieg der Damen aus Western Australia folgte ein hartes Herrenspiel der beiden Teams, das erst in den letzten Sekunden des 4. Quarters entschieden wurde… nach dem Spiel – kurz bevor das Bad schloss – verließen auch wir die Halle und machten uns auf den Weg zurück an den Rand Adelaides, nach Glenelg, wo wir noch etwas Billiard spielten und schließlich ins Bett fielen.
Der Samstag war dann von Aufbruchstimmung und nahenden Prüfungen im Studium bestimmt. Das Auto wurde abgegeben und am Abend ging es per Flugzeug (Virgin Blue für etwa EUR 65,- pro Person) zurück nach Sydney. Nach knapp 2 Stunden Flug landeten wir…
Alles in allem ein hervorragender Urlaub, der viel zu schnell vorbei gewesen ist!
Autor: Andre Kolell
Datum: Montag, 27. April 2009, um 16:22 Uhr
Themen: Ein Jahr in Australien, Persönliches
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Die Fotos sind echt immer wieder Traumhaft!
Schön auf einem Foto auch mal den Verfasser der schönen Geschichten und Bilder zu sehen.
Und ganz schön Euch Beide zusammen auf einem Foto.