Weiter ging es auf unserer Reise von Sydney nach Adelaide von Canberra in Richtung Kosciuszko National Park. Am frühen Sonntagnachmittag erreichten wir das australische Hochland des Kosciuszko National Park, welches sich von Norden nach Süden über mehr als 300 km und von Osten nach Westen über etwa 100 km erstreckt. Wir näherten uns dem Gipfel des Mount Kosciuszko, dem mit 2.228 m höchstem Berg des australischen Festlandes, mit unserem Jeep so nah wie möglich, doch etwa 9 km entfernt vom Gipfel ging nichts mehr. Wir machten Halt auf einem kleinen Parkplatz.Vor uns lag eine 18 km Wanderung…
So sehr Martin und ich auch auf den Gipfel wollten – die Bedingungen waren einfach zu schlecht. Die Dämmerung hätte bereits zwei oder drei Stunden später eingesetzt und wir hatten weder ausreichend Klamotten noch Verpflegung. Wir hatten noch nicht einmal Mittag gegessen! Also genossen wir lediglich ein wenig die Aussicht auf die Snowy Mountains, in denen in den Wintermonaten Juni und Juli ordentlich Ski gefahren wird. Obgleich es merklich kühler als an der Küste gewesen ist, war es für den Schnee in diesen letzten Apriltagen doch noch zu warm und so durchquerten wir wie ausgestorben daliegende Orte, darunter Thredbo, “das St. Gallen Australiens”, und passierten stillstehende Lifte…
Ein wenig frustriert machten wir uns auf den Weg in das rund 300 km entfernte Albury Wodonga, wo wir die Nacht verbringen wollten, ehe es dann am Montag weiter nach Melbourne gehen sollte. Unsere Erwartung binnen weniger Stunden unspektakulär nach Albury Wodonga zu gelangen, hat sich – glücklicherweise – nicht erfüllt: Auf der wohl 150 km langen Fahrt durch den Kosciuszko National Park bot sich uns nicht nur eine atemberaubende Landschaft dar, sondern konnten wir auch Bekanntschaft mit zahlreichen Kängurus und Emus machen. Der Versuch eines einzufangen ist allerdings nicht gelungen…
Als wir den Kosciuszko National Park endlich verlassen hatten war es bereits dunkel. Da wir nach wie vor außer ein wenig Obst nichts gegessen hatten, waren wir überglücklich nach mehr als 80 km kurviger Straßen durch’s bergige Nirgendwo ein Restaurant zu finden und uns zu stärken. Unseren ursprünglichen Plan nach Albury Wodonga zu fahren verwarfen wir und entschieden uns die rund 600 km nach Melbourne zu fahren, um dort – und später auch in Adelaide – etwas mehr Zeit zu haben. Nach einem kurzen Tankstopp in Albury Wodonga und einem weiteren um kurz nach 0 Uhr anlässlich des Geburtstages von Viktoria (sie wurde 21 und durfte sich damit von dem Tag an auch im elitären Kreis der zugelassenen Fahrer wissen) kamen wir gegen 2 Uhr in Melbourne an. Die Suche nach einem Hostel gestaltete sich einfach; vermutlich aufgrund der allgemeinen Müdigkeit. Wir übernachteten im Kings Backpackers für etwa EUR 20,- pro Person (inkl. Frühstück, Lisa und ich genehmigten uns ein Doppelzimmer) und fanden glücklicherweise auch direkt neben dem Hostel einen Parkplatz (was man in Melbourne unbedingt berücksichtigen sollte)…
Am nächsten Morgen verzichtete der eine oder andere des Schlafes wegen auf das Frühstück. Direkt nach dem Auschecken um 10 Uhr ging es dann Richtung Philipp Island, einer Insel etwa 150 km südöstlich von Melbourne. Dort fuhren wir von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und sahen uns am Abend die Pinguin Parade an. Wir saßen 12 Euro ärmer von etwa 17 bis 19 Uhr auf Tribünen am Strand und beobachteten 494 kleine Pinguine, wie sie in der Dämmerung aus dem Meer kamen und sich in den nahen Dünen für die Nacht niederließen. Das Ganze war aufgrund der großen Entfernung mäßig spektakulär (und Fotos strengstens verboten). Vielleicht hatten wir aber auch einfach zu große Erwartungen gehabt.
Da uns das Kings Backpackers nicht all zu sehr gefiel (laut, windig, keine Parkplätze, etc.) suchten wir uns für den zweiten Abend etwas anderes. Mit dem Urban Central fanden wir für EUR 18,- das mit Abstand beste Hostel unserer Reise. Nicht nur Frühstück war inklusive, sondern auch ein Parkplatz und ein eigenes Badezimmer hatten wir in unserem 6-Bett-Zimmer, in dem wir zu fünft untergebracht waren. Außerdem ist das Urban Central gut gelegen; in wenigen Minuten ist man am Yarra River und im Zentrum. Folglich buchten wir direkt für die nächsten beiden Nächte, von Montag bis Mittwoch!
Der zweite Tag war maßgeblich bestimmt von dem Versuch unsere Mautgebühr zu bezahlen. Im Central Business District (CBD) von Melbourne gibt es nämlich einige kostenpflichtige Mautstraßen (die wir auf unserem Navi bis dato nicht deaktiviert hatten). Da man die Mautgebühr jedoch nicht direkt bezahlt, muss man diese innerhalb von 72 Stunden nach Benutzung der Mautstraßen entrichten. Im Kings Backpackers sagte man uns, wir könnten dies sowohl telefonisch als auch in Tankstellen erledigen. Am Telefon wurden wir dann aufgefordert genau anzugeben auf was für Straßen wir gefahren sind, was wir leider nicht konnten, und in den Tankstellen empfahl man uns zur Post zu gehen, da wir die Gebühr dort bezahlen könnten. Das taten wir dann schlussendlich auch, d.h. wir bezahlten irgendwelche Tagestickts für den Großteil der Mautstraßen und hoffen nun, dass wir keine Strafe zahlen müssen…
Nachdem wir das Problem gelöst und mit einer kostenlosen, aber total überfüllten Tram durch das Zentrum Melbournes gefahren sind, blieb uns noch etwas Zeit ehe es dunkel wurde. Wir nutzen die verhältnismäßig günstigen Preise Starbucks aus und versorgten uns mit leckeren Geträcken, ehe wir zum Eureka Tower aufbrachen. Aus etwa 300 Metern Höhe – dem nebenbei höchsten öffentlich zugänglichen Punkt eines Gebäudes der südlichen Hemisphäre – beobachteten wir Melbourne in der Abenddämmerung.
Einigen Cocktails und Biere später ging es dann ins Bett. Für Mittwoch hatten wir uns schliesslich die legendäre Great Ocean Road vorgenommen…
Autor: Andre Kolell
Datum: Montag, 27. April 2009, um 9:40 Uhr
Themen: Ein Jahr in Australien, Persönliches
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[...] bis Mittwoch – Von Canberra durch den Kosciuszko National Park nach Melbourne Tags » Australien, Reise [...]
Einfach herrlich zu lesen und anzuschauen. S u p e r !!! Mama
[...] noch einmal via Jervis Bay in den Mount Kosciuszko Nationalpark. Dort wollen wir dann endlich den höchsten Berg Australiens erklimmen, was uns im April aufgrund mangelnder Vorbereitung leider nicht gelungen war. Außerdem [...]