Inzwischen ist schon mehr als die Hälfte des ersten Semesters meines MICT-Studienganges an der University of Western Sydney (UWS) vergangen. Ein guter Zeitpunkt um einen kritischen Blick auf das bisherige Studium zu werfen.
Zunächst einmal bin ich erleichtert festzustellen, bisher alles ohne größere Schwierigkeiten hinbekommen zu haben, d.h. ich verstehe sämtliche Kommilitonen (bzw. habe nicht mehr Probleme mit dem Englischen als sie auch) und komme soweit auch mit den Inhalten und den Aufgaben klar. Meine Vorlesungen sind in diesem Semester im Einzelnen:
Für mich ist in Web Technologies am wenigsten zu tun. Wir hatten fast zwei Monate Zeit um eine Website mit einigen statischen HTML-Seiten und etwas CSS und JavaScript zu entwickeln. In den Vorlesungen ging es dann um die Grundlagen verschiedenster technischer Themen, darunter Webserver, Datenbanken, HTML, CSS, JavaScript, php, etc. Aufgrund der zahlreichen Ausschweifungen vom Professor, der sicher einer der besten der Professoren der UWS im Bereich Informatik ist, sind die Vorlesungen immer recht interessant, auch wenn mir schon vieles bekannt ist. Zu den Vorlesungen gab es bis dato einen Multiple Choice Test mit 50 Fragen, bei dem ich immerhin auf 86% gekommen bin. Bis zum Ende des Semesters stehen noch einige Vorlesungen zu ähnlichen Themen, ein weiterer Test und eine noch nicht genauer festgelegte praktische Aufgabe an. Die sollte allerdings auch wieder gut machbar sein. Eine Abschlussprüfung gibt es nicht.
Web Engineering ist das Gegenteil von Web Technologies. Es ist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber es ist furchtbar viel zu tun. Ständig sind kleinere Hausarbeiten zu schreiben, Präsentationen zu machen und in Gruppenarbeit tlw. umfangreiche Projekte zu realisieren. Über zwei Stufen hinweg gilt es bis Ende Mai ein CMS zu programmieren, in dem durchaus viele Anforderungen umgesetzt werden müssen. Der Verlauf der Projektarbeit ist natürlich auch in Form von Hausarbeiten (allgemeiner Projektverlauf/Projektmanagement, individuelles Fazit, etc.) festzuhalten. Vielleicht fehlt mir für die Vorlesungen ein wenig das Verständnis oder die Weitsicht, aber mir erscheinen viele Inhalte veraltet oder realitätsfern. In Web Engineering ist auch eine finale Klausur über 3 Stunden zu schreiben; es wird spannend eben diese Inhalte dafür zu lernen.
In IT Project Management geht es natürlich, wie der Name schon sagt, um das Management von IT-Projekten. An einem beispielhaften Projekt setzen wir uns mit verschiedenen Techniken des Projektmanagements auseinander. Die meisten davon sind mir allerdings aus Bachelor-Studium und meiner Zeit beim Otto Versand sehr vertraut. Bis zum Ende des Semesters muss ein ordentlicher Prototyp unseres Systems (ein Bezahlsystem mit Prepaid-Karten für ein lokales Gastronomie- und Handelsgewerbe) entwickelt sein. Der Schwerpunkt der finalen Präsentation (und des abschließenden Reports) sollte allerdings nicht auf der technischen Umsetzung liegen, sondern natürlich auf den verschiedenen Techniken des Projektmanagements, die wir eingesetzt haben. Bis dato ist der Kurs sehr gut machbar; in den kommenden letzten Wochen dürfte es allerdings noch ein wenig hektisch werden.
Der vierte und letzte Kurs den ich in diesem Semester besuche ist Network Technologies. Es geht um zahlreiche Grundlagen der Netzwerktechnik, von denen mir einiges bereits aus der Berufsschule (und den dortigen Cisco Tests) vertraut ist. Vieles ist aber doch neu für mich und so muss ich für die Klausur, die bereits am 21. Mai ansteht, noch einiges lernen. Die Endnote des Kurses setzt sich dann aus dem Ergebnis der Klausur (50%) und der Bewertung einer Gruppenhausarbeit (30%) sowie einigen Multiple Choice Tests, die während des Semester stattfanden (20%), zusammen. Die Klausur selbst muss allerdings bestanden werden (d.h. mind. 50%). Mit unserer Gruppenhausarbeit – übersetzt in etwa “Netzwerkprobleme in Clustern” – liegen wir bisher gut in der Zeit. Das Ergebnis dürfte zwar nicht bahnbrechend, aber ausreichend sein. Für die kommenden Tage steht hier also vor allem die Klausurvorbereitung auf meinem Zeitplan!
Ansonsten gibt es einige weitere Neuigkieten. Da ich die Web Engineering Klausur erst am 24.6. schreibe, bleiben zwischen meiner letzten Vorlesung und der Klausur knapp 20 Tage Zeit, die wir zum Reisen verwenden wollen (anstatt wie ursprünglich geplant erst im Anschluss an das Semester zu reisen). Nach der Klausur wollen wir dann eine neue Wohnung / WG suchen, möglichst irgendwo in der Nähe des Strandes, evtl. Manly. Die Preise sollten sich nicht all zu sehr von den recht hohen Preisen hier im UWS Village, der Studentenwohnanlage, unterscheiden.
Gestern waren wir dann noch einmal mit Lisa’s bisheriger Gastfamilie golfen und essen. Ab Sonntag ist sie dann in einer neuen Familie, etwas dichter am Zentrum Sydneys, bei einem kleinen Jungen…
Autor: Andre Kolell
Datum: Samstag, 9. Mai 2009, um 2:21 Uhr
Themen: Ein Jahr in Australien, MICT-Studium an der UWS, Persönliches
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Na das klingt doch soweit ganz fein. :-)
20 Tage zum reisen? -Wow, na da plant mal was tolles. So ein Leben hätte ich auch gerne. ^^