BLOG POST VOM 1. August 2009

Mein erstes Semester im MICT-Studiengang an der University of Western Sydney (UWS)

Seit vergangener Woche laufen bereits die Vorlesungen meines zweiten und damit auch schon letzten Semesters an der UWS (University of Western Sydney) in Australien. Erfreulicherweise habe ich das erste Semester mit sehr guten Noten abschließen können. Wie schon mehrfach angekündigt ist es daher allerhöchste Zeit, dass Studieren an der UWS und den Master of Information and Communication Technologies (MICT) Studiengang genauer unter die Lupe zu nehmen…

An der UWS studieren rund 40.000 Studenten. Etwa 10% davon sind Postgraduates. Die School of Computing and Mathematics, an der mein MICT-Studiengang angesiedelt ist, kommt mir verhältnismäßig klein vor (vielleicht einige Hundert Studenten, genaue Zahlen kenne ich nicht). Zu den australischen “Elite-Universitäten” zählt die UWS definitiv nicht (UWS im Mittelfeld der Rankings). Viele Abende habe ich mit einem Kommilitonen aus dem Finance-Bereich diskutiert und die Ansprüche der UWS und ihre Lehrmethoden kritisiert…

Die verhältnismaessig einfach zu erfüllenden Zulassungsvoraussetzungen machen die Aufnahme in ein Programm der UWS gerade für internationale Studenten leicht. Natürlich schätze ich die Erfahrungen, die ich bei der Zusammenarbeit mit Kommilitonen aus zahlreichen verschiedenen Ländern, sammeln kann, doch ginge es mir dabei deutlich besser wenn alle hochmotiviert und mit gewissen grundlegenden Fähigkeiten ausgestattet wären. So bleibt die Arbeit in den zahlreichen Gruppenprojekte stets an jenen hängen, die sich mit den Fragestellungen auch wirklich auseinandersetzen und sich nicht mit einem “Pass” – einer Drei – zufrieden geben wollen.

Möglicherweise resultiert aus dem mangelnden Können und Wollen der Studenten auch das teilweise recht niedrige Niveau der Vorlesungen. Im Grunde waren zwar alle bisher von mir besuchten Vorlesungen in Ordnung, doch wären auch erhebliche Verbesserungen hinsichtlich Struktur und Akualität der Inhalte sowie Art der Lehre möglich gewesen. Manchmal scheint es, als wären die Vorlesungen so ausgelegt, dass sie jeder der möchte auch bestehen und auf diese Weise das Geschäft “hohe Studiengebühren gegen internationalen Abschluss” zuende bringen kann…

Wie dem auch sei, aus meiner Sicht ist das MICT-Studium an der UWS für deutsche Studenten auf jeden Fall machbar. Über mangelnde Englisch-Kenntnisse muss man sich jedenfalls keine Sorgen machen; es werden mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit einige andere schlechter sein. Ausreichend Zeit zum Reisen bzw. Freizeit bleibt auch, so dass man ggf. auch nebenbei jobben kann, um den hohen Studiengebühren und Lebenshaltungskosten etwas entgegenzusetzen. Man sollte sich jedoch vor dem Beginn des Studiums überlegen ob man ein Jahr lang zwar viel für die Uni tun aber nur wenig lernen möchte (die Workload pro Studieneinheit war bisher angemessen, zwischen 5 und 10 Wochenstunden pro Studieneinheit bei einem Soll von 10 Wochenstunden).

Autor:
Datum: Samstag, 1. August 2009, um 3:45 Uhr
Themen: Ein Jahr in Australien, MICT-Studium an der UWS, Persönliches

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