BLOG POST VOM 29. Dezember 2009

Von Agnes Water zurück nach Sydney

Nachdem ich bereits ein wenig über unseren Trip von Cape Tribulation Australiens Ostküste hinab nach Agnes Water berichtet habe, ging es für uns weiter nach Bundaberg, wo wir zunächst ein ordentliches BBQ mit Salat, Mais, Rindfleisch und Speck gemacht haben…

Am Abend sind wir von Bundaberg aus einige Kilometer an der Küste entlang nach Mon Repos gefahren, einem Naturschutzgebiet, in dem wir nach Einbruch der Dunkelheit Schildkröten beobachten konnten, wie sie aus dem Meer die Küste hinauf gewandert kamen um jeweils rund 150 Eier im Strandsand zu vergraben und so für ihr Fortbestehen zu sorgen. Da Lisa an dem Abend noch ein Job-Interview via Skype hatte, klappte mit unserer Organisation so gut wie gar nichts und wir landeten ohne Kamera in verschiedenen Gruppen. Die anschließende Nacht verbrachten wir dann auf einem Parkplatz am Strand. Trotz einiger patroullierender Polizeistreifen gab es keinerlei Probleme…

Den kommenden Tag starteten wir mit einer Führung durch die Bundaberg Rum Distillerie. Um kurz nach 10 Uhr gab es dann erst einmal verschiedene (pure) Rumvariationen zum ausprobieren, deren Konsum wir noch den restlichen Tag gespürt haben. Eigentlich wollte ich dort ein kleines Rumfass kaufen, doch ließ sich Lisa schlichtweg nicht von der Sinnhaftigkeit dieser 300 Euro Investition überzeugen, so dass ich leer ausging. Danach haben wir unsere ständige Steckdosensuche fortgesetzt, um Notebook und Handys wieder mit Saft zu versorgen. Unsere anfänglichen Erfolge bei McDonalds verblassten zusehends, je näher wir an Sydney kamen. Entweder gab es gar keine Steckdosen, oder sie waren abgeschlossen. Glück hatten wir dann erst in Childers, bereits etwas weiter südlich von Bundaberg, wo wir mehrere Stunden in einem Café verbracht und alles aufgeladen haben. Von dort aus ging es weiter nach Hervey Bay, von wo aus am kommenden Tag unser zweitägiger Trip nach Fraser Island starten sollte. Dank der Touristeninformation haben wir im für günstige 18 Dollar im YHA gecampt, wo es preiswert Essen und Trinken, Waschmaschinen, etc. gab und wo wir unseren Camper während unseres Fraser Trips unterbringen konnten. Den Abend wollten wir dann Räder mieten um damit die Bucht zu erkunden, doch durfte man mit den geliehenen Fahrrädern weder in Dunkelheit noch Dämmerung fahren, so dass wir doch wieder mit dem Auto los sind. Es ging noch auf einen Markt wo wir zwei Franzosen getroffen haben, die wir bereits zwei Mal vorher zufällig getroffen hatten, und an den Strand, Muscheln sammeln und bei kühlem Bier den Abend ausklingen lassen…

Am kommenden Morgen ging es um 7:45 nach dem Inklusiv-Choco-Pops-Frühstück des YHA mit Cool Dingo Tours nach Fraser Island, einer über 100 km langen Insel, die, abgesehen von einigen Felsen, nur aus Strandsand besteht. Obgleich es laut unserem Guide seit beinahe sieben Monaten kaum geregnet hatte, fielen kurz nach unserer Ankunft einige Tropfen und unser Stop am Lake Bassin sowie unsere Wanderung durch die Wälder – die übrigens nur im Strandsand wachsen konnten, weil sie zuerst Pilzkulturen entwickelt hatten… – wurden eine etwas feuchte Angelegenheit. Nach Sandwiches zum Mittag ging es dann zum Lake McKenzie, den Lisa durchschwommen hat, während ich mit meinem Sonnenbrand lieber am Strand geblieben bin und versucht habe die zahlreichen Riesenameisen von mir fernzuhalten. Am Nachmittag gab’s dann Kaffee, Tee, Keckse und Muffins. Ein Waran, den ich bereits am Strand gesichtet hatte, jagte einem Betrunkenen am Nachbartisch, der sich gerade daran gemacht hatte seinen Rausch auszuschlafen, einen kleinen Schrecken ein… Erfreulicherweise waren unsere 4-Bett-Zimmer Lodges überfüllt und Lisa und ich wurden zum gleichen Preis für die Nacht in einem 200 Dollar Hotelzimmer untergebracht; ein wahrer Segen nach den 10 Tagen im Camper.

An unserem zweiten Tag auf Fraser sind wir eine ganze Weile den Strand entlang gefahren, auf dem es sogar Straßenschilder gibt (80 ist die Höchstgeschwindigkeit…). Dort gab es jede Menge Quallen zu sehen, es ging in einem Fluss baden, wir sind auf einen Felsen hoch, von dem aus wir Rochen, Seekühe und Haie sehen konnten, und haben in den sogenannten Champagner Pools gebadet. Unser Versuch die Zweitagestour in eine Dreitagestour zu verlängern (vor allem um noch eine Nacht im noblen Hoten zu verbringen), klappte leider nicht, da das Hotel angeblich ausgebucht war… Am späten Abend ging es daher mit der Fähre zurück nach Hervey Bay, wo wir noch eine Nacht auf dem YHA Campingplatz verbracht haben.

Nach unserem Fraser Trip war es allerhöchste Zeit endlich mal Klamotten zu waschen. So sind wir erst gegen Mittag in Hervey Bay losgekommen und nach Noosa (Heads) gefahren, dem “Nizza Australiens”. Naja, nicht wirklich… Wir sind ein wenig die Küsteneinkaufsstraße entlang geschlendert und am frühen Abend Jetski gefahren (wobei ich etwas zu früh Gas gegeben und damit für wenig Begeisterung bei dem hinter dem Jetski stehenden Jetski-Vermieter gesorgt habe, der sich danach erst einmal abtrocknen musste…). Anschließend ging es in einen Nationalpark campen, den sich scheinbar auch einige Millionen Mücken für die Nacht ausgesucht hatten…

Von Noosa aus ging es am Morgen nach einem Stop an einem Lookout mit einer herrlichen Aussicht weiter nach Brisbane, wo wir eigentlich im tukka Restaurant, welches im Reiseführer empfohlen wurde, Kängeruh und Possum essen wollten. Leider war es Mittags geschlossen, gerade im Umbau und Reservierungen wurden empfohlen, so dass wir unseren Plan rasch aufgaben und stattdessen mit der öffentlichen Fähre bei Gewitter den Brisbane River auf und ab fuhren. Am Abend trafen wir uns mit Jonathen und dessen Freundin und haben eine kleine Privatführung durch Brisbane genießen können. Jonathen hatten wir während unserer Zeit in Neuseeland kennengelernt. Als der Abend bereits fortgeschirtten war haben wir Brisbane gen Süden verlassen und auf dem Parkplatz eines Sportplatzes übernachtet…

Der Morgen begann mit einem kleinen Schrecken, da der Parkplatz ein Tor hatte welches geschlossen – doch zum Glück nicht abgeschlossen – war. So sind wir am 23. recht früh weiter zum Water World – einem großen Aqua Park. Nach langem hin und her aufgrund des Wetters vom Vortags und der angekündigten Gewitterschauer haben wir uns letztendlich doch dazu durchgerungen den Park zu besuchen. Bis auf das es aufgrund der Bewölkung ein wenig kühl und aufgrund des Datums maßlos überfüllt war, hatten wir doch eine Menge Spaß. Wären wir 4 Tage später dort gewesen, dann hätten wir auch die um 4 Stunden verlängerte Öffnungszeit genießen können; so mussten wir bereits um 5 wieder aus dem Wasser, nachdem wir gerade so alle Attraktionen “geschafft” hatten… Im Anschluss ging’s direkt weiter nach Surfers Paradise. Eine beeindruckende Skyline, die man dort vom Strand aus sehen kann. Wir sind über einen schönen Markt geschlendert, haben einigermaßen gutes Kängeruh gegessen, Strassenkünstlern zugesehen und sehr sehr lange nach einem Platz für die Nacht gesucht, welchen wir schließlich in irgendeiner Wohngegend (mehr oder weniger…) gefunden haben.

Am Tag darauf ging es nach Byron Bay, wo wir mit 50 Dollar die eindeutig teuerste Übernachtung unserer Reise auf einem Campingplatz hatten. Leider war Byron Bay während dieser Weihnachtstage maßlos überfüllt und wir brauchten Wasser und Strom und überall standen Warnhinweise, dass “illegales Camping schwer bestraft” wird. Also haben wir in den sauren Apfel gebissen. Und obwohl uns gar nicht danach war, war doch plötzlich Weihnachten. Wir haben den größten Teil des Tages am Strand verbracht, zufällig einige Leute von unser Fraser Tour wiedergetroffen, eine kleine Wanderung zum Leuchtturm am östlichsten Punkt Australiens unternommen und BBQ gegessen. Es war schon beeindruckend: Beinahe jeder Zweite in Byron Bay schien aus Deutschland zu kommen; ohne Zweifel ist Australiens Ostküste die Attraktionen für Deutsche überhaupt. Und scheinbar fast nur für Deutsche. Natürlich fällt es einem Deutschen besonders auf, wenn jemand Deutsch spricht, doch scheinen kaum “Touristen” anderer Herkunft an der Ostküste unterwegs zu sein. Hin und wieder mal Franzosen oder Spanier, häufiger mal Engländer, selten auch mal Asiaten – aber eben vor allem sind es dann doch die Deutschen, die sich in Campern auf die Reise entlang der Ostküste machen und insbesondere in den Bottle Shops nicht zu übersehen sind…

Am 25. waren wir nach einer mehrstündigen Irrfahrt im alternativen Lifestyle Kifferörtchen Nimbin, wo so gut wie gar nichts los war. Na ja, es war eben der 1. Weihnachtstag bzw. der Tag, der für die Australier das eigentliche Weihnachten darstellt. Zum Mittag gab es für uns daher mangels Alternativen jeweils ein Stück Kuchen… So haben wir Nimbin trotz einiger Angebote ohne große Experimente rasch Richtung Coffs Harbour verlassen. Abend und Nacht haben wir in der Nähe des Highways auf einer kostenlosen Raststätte namens Half Way Creek zusammen mit einigen Kängeruhs verbracht. Ich liebe diese Tiere…

In Coffs Harbour haben wir mit Greg erneut jemanden getroffen, den wir während unseres Neuseeland-Urlaubs kennengelernt haben. Wir hatten sogar die Möglichkeit bei ihm bzw. seinen Eltern zum Essen zu bleiben und nach einer Nacht im Herzen von Coffs Harbour im Gästezimmer zu schlafen. Eigentlich wollten Greg und ich während dieser Nacht alle australischen Biere testen, doch nachdem wir bereits mit einer ganzen Menge Pure Blonde losgelegt hatten, schafften wir danach noch genau eine weitere Marke. Was für eine Schande… Danach gab es nur noch Unmengen Vodka Red Bull – für gerade einmal 4 Euro pro Stück. Unglaublich günstig, wenn man sich die Alkoholpreise hier sonst einmal anschaut. Wie dem auch sei, es war auf jeden Fall schön sowohl Jonathen in Brisbane als auch Greg in Coffs Harbour wieder zu treffen!

Es wird Zeit zum Ende zu kommen. Dieser Blog Post sprengt so langsam jeden Rahmen… Nachdem Greg uns am nächsten Morgen noch ein wenig von Coffs Habour gezeigt hat, sind wir weiter in Richtung Süden gefahren. In der Nähe von Port Maquarie haben wir die sogenannte Timbertown besichtigt, eine historische Stadt, die das Leben der ersten Siedlier in Australien zeigt. Vom Nachmittag an regnete es ununterbrochen. Auf einem Rastplatz haben wir uns unter einem kleinen Unterstand Nudeln gekocht und überlegt was wir tun sollen, da die Wettervorhersage alles andere als erfreulich war. Unseren neuen Plan, am Abend noch die 350 km nach Sydney zu fahren, verwarfen wir nach rund 50 km und einem Stop bei McDonalds in Taree, da Lisa meine Müdigkeit und latente Nachtblindheit zu unheimlich waren und sie selbst auch keine Lust mehr hatte, mit 80 durch Regen und Dunkelheit zu tuckern… Also ging es auf den nächsten Rastplatz raus. Die einzigen die das Wetter zu lieben schienen, waren wieder einmal die Mücken. Aber wenn man sich erst einmal schön hat stechen lassen, dann sind sie so dick und fett, das sie kaum noch fliegen können… zudem sieht man sie viel besser und sie sind eine leichte Beute. Außerdem ist es eine Genugtuung, die wohl auf einem Rachegefühl basiert, wenn man die kleinen Biester dann zerklatscht hat und auf das nasse Blut in seinen Händen blicken kann…

Bevor es nun ganz abgefahren wird; hier noch einige weitere Fotos, die irgendwann während der Reise entstanden sind.

Am 28. ging es entspannt (aber immer noch bei Regen) zurück nach Sydney…

Der erste Teil unserer Reise entlang Australiens Ostküste:

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Datum: Dienstag, 29. Dezember 2009, um 11:31 Uhr
Themen: Ein Jahr in Australien, Persönliches

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Ein Kommentar, Trackback oder Pingback

  1. Heiko sagt:

    Schön, was Ihr alles so gesehen habt. Beneidenswert!. Trotzdem ist es schön, dass Ihr bald wieder zurück seid.

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